Statement

Seit mehr als einem Jahrzehnt realisiere ich interkulturelle Projekte, die motiviert sind von der Entdeckung des „Fremden“ in der Heimat und dem „Vertrauten“ in der Fremde. Wesentliches Merkmal meiner Arbeit ist bis heute die Auseinandersetzung mit Identität im interkulturellen Vergleich und der Einfluss zeitnaher Geschichte auf ethnisches Zusammenleben. Die damit verbundenen Recherchen stehen im Kontext eines work-in-progress Langzeitprojektes mit dem Titel “Territory of Intimacy”. Die Projekte habe ich in Ländern wie Albanien, Armenien, Bangladesch, Indien, China, Taiwan, Australien und in Oman entwickelt. Wesentlich für meine künstlerische Aussage sind der interkulturelle und völkerverständigende Ansatz im jeweiligen Vergleich der Kulturen. Im Ergebnis dieser Projekte entstanden Video-Installationen, Fotoarbeiten, Collagen und Performances über Selbstbestimmung, Rollenverständnis zwischen Frau und Mann, die aktuelle gesellschaftliche Situation und die Sehnsüchte unterschiedlicher Ethnien dieser Länder. Doch das, was ich finde, ist oft anders als erwartet und verändert sich durch meine Fragen, die spontan in mir entstehen. Was berührt uns und die eigene Geschichte? Was ist eigentlich „das Andere“ woanders? Diese Werke sind motiviert durch meinen kulturellen Background und meine Erfahrungen von Repression in der DDR, wo auch meine künstlerische Entwicklung und die Arbeit mit der Künstlerinnengruppe Exterra XX begann. Meine Sehnsucht damals wie heute sind die weite Welt und eine unbändige Faszination von fremden Kulturen. Dieser in die Ferne gerichtete Blick führt mich zurück auf meine eigene Geschichte und mein heutiges Lebensumfeld. Meine Arbeit ist in diesem Sinne eine Suche nach globaler Geschichte und gesellschaftlicher Verantwortung.

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